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Die Spionin
Gebundene Ausgabe
| 659 Seiten
Erscheinungsdatum: 1.4.2008
Lieferstatus: Dieses Buch ist lieferbar.
Preis: 16,95 €
ISBN: 3426663147
ISBN13: 978-3426663141
Herausgeber: Knaur
Rezension der Redaktion
Corina Bomann entführt den Leser in ihrem Roman „Die Spionin“ ins England des 16. Jahrhunderts in die Regierungszeit Elisabeth I.
Alyson, ein vierzehnjähriges Londoner Straßenkind, beobachtet eines Tages den brutalen Mord an einem Mann. Das Mädchen wird entdeckt und flieht durch die Gassen Londons. Während seiner Flucht wird es von Sir Francis Walsinghams Männern aufgegriffen. Sir Francis ist Sicherheitsmann im Dienst der Königin und bildet Spione für sein feinmaschiges Spionagenetz aus.
Für Alyson, die durch ihre frappierende Ähnlichkeit mit der Queen Walsingham aufgefallen ist, beginnt von nun an die anstrengende Ausbildung zu einer hervorragenden Spionin. Sie wird sowohl in den höfischen Umgangsformen als auch in der Handhabung mit Waffen unterrichtet.
Ihre späteren Aufträge führen sie in Hafenspelunken und in die Gemächer Elisabeth I. und Maria Stuarts, bis nach Spanien zu ihrem eigentlichen Auftrag. Dabei gerät sie in große Gefahren und tauscht nicht selten die schillernde Robe einer Hofdame gegen unscheinbare Männerkleidung aus.
Corina Bomann gelingt es in ihrem Debütroman sehr gut, Personen und auch Handlungsorte dem Leser bildlich näher zu bringen. Dabei macht sie sich den „Beruf“ ihrer Protagonistin zunutze: Eine Spionin muss gut beobachten und sehr auf Einzelheiten achten.
Da Alyson einst auf der Straße gelebt hat, ist ihr die englische Politik fremd. Sie muss stets von ihren Mitmenschen darüber unterrichtet werden. So hat die Autorin auf einfach verständliche Weise politisches sowie gesellschaftliches Wissen der damaligen Epoche in den Roman mit einbezogen, ohne dass es erklärend wirkt.
Corinna Bomann verwendet zwar historische Figuren und Ereignisse, doch die Historie tritt in den Hintergrund und lässt das Buch eher zu einem Unterhaltungsroman und keinem Geschichtsbuch werden.
Da der Roman in der Ich-Form, also aus der Sicht der Spionin, geschrieben ist, bleiben Figuren sowie Schauplätze und Ereignisse übersichtlich. Die Autorin baut in ihrer Geschichte von Anfang an Spannung auf, die den Leser auf allen 658 Seiten in Atem hält und die Abenteuer der Heldin Alyson miterleben lässt.
Obwohl das Motto Walsinghams lautet „Eine Spionin darf niemandem vertrauen – und sich vor allem nicht verlieben“ heißt das noch lange nicht, dass sich die Protagonistin im Laufe des Romans stets daran hält.
Fazit: Ein mitreißendes und spannendes Buch.
Ute Petkelis für historische-romane.de
Leseprobe aus "Die Spionin"