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Der historische-romane.de Fragebogen
Iris Klockmann und Peter Hoeft im Mai 2009
Hinter dem Pseudonym Jonah Martin stecken die Autoren Iris Klockmann und Peter Hoeft
HR: Welches Buch lesen Sie gerade?
Iris Klockmann: Ich lese gerade „Die Zwölfte Nacht“ von Charlotte Lyne
Peter Hoeft: Vor ein paar Tagen habe ich „Seraphim“ von Kathrin Lange beendet und lese jetzt zur Abwechslung mal wieder einen Krimi: „Nobels Testament“ von Liza Marklund.
HR: Was ist Ihre liebste Romanfigur und was verkörpert sie für Sie?
Iris Klockmann: Meine Lieblingsfigur ist Ben Hur. Er verkörpert für mich die immerwährende Suche nach Frieden mit sich selbst und die Bereitschaft, dafür zu kämpfen.
Peter Hoeft: Ich habe keine literarische Lieblingsfigur.
HR: Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus? Womit verbringen Sie gerne Ihre Zeit?
Iris Klockmann: An einem perfekten Tag sitze ich zum Frühstücken im Garten mit meiner Familie. Neue, frische Ideen sind in meinem Kopf und das Schreiben geht mir mühelos von der Hand. Nach getaner Arbeit gönne ich mir einen ausgedehnten Spaziergang. Ich liebe die Stille der Wälder und die Küstenorte der Ostsee, wo ich zu Hause bin.
Peter Hoeft: Der perfekte Tag ist für mich der Sonntag. Er beginnt mit einem ausgedehnten Frühstück, geht weiter mit einem fröhlichen Gottesdienst in der evangelischen Kirchengemeinde, zu der ich gehöre, gefolgt von einem guten Mittagessen, einem Hundespaziergang am Nachmittag und endet mit „Tatort“, vorzugsweise mit den Kommissaren aus Münster, Hannover und Köln. Dazu Knabberzeug und Weingummi. Und natürlich meine Frau an meiner Seite. Wenn der Tag wirklich perfekt war, dann habe ich auch wenigstens ein, zwei Seiten geschrieben.
HR: Was ist Ihr nächstes Reiseziel?
Iris Klockmann: Ein Besuch bei meinem Schreibpartner, konkrete Pläne für eine Urlaubsreise habe ich noch nicht. Aber ich würde gern einmal eine Weltreise machen.
Peter Hoeft: Nächstes Reisziel ist – wieder einmal – die spanische Costa Blanca, zusammen mit guten Freunden, die dort ein Haus haben, wo es sich herrlich entspannen lässt.
HR: Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?
Iris Klockmann: Diszipliniert, aufgeschlossen und meistens gut gelaunt.
Peter Hoeft: Humorvoll, leicht harmoniesüchtig und (etwas) pingelig.
HR: Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Iris Klockmann: Wenn ich könnte, würde ich allen Menschen das Bewusstsein geben, dass wir nur eine Erde haben, die es zu schützen gilt und die groß und schön genug für uns alle ist.
Peter Hoeft: Als überzeugter Christ würde ich mir wünschen, dass jeder Mensch wenigstens einmal im Leben die Möglichkeit erhält, das Evangelium – die gute Botschaft, dass Gott die Menschen liebt –, zu hören. Was er damit anfängt, das bleibt einem jeden selbst überlassen. Außerdem würde ich alle Diktatoren und Despoten absetzen.
HR: Ihr schlimmster Albtraum?
Iris Klockmann: Krieg und Armut
Peter Hoeft: Dasselbe. Dass meinen Kindern etwas Schlimmes passiert.
HR: Was macht den Reiz beim Schreiben aus? Was möchten Sie Ihren Lesern mitgeben?
Iris Klockmann: Im Schreibprozess kann ich meine Gedanken und Gefühle in Worte kleiden. Dies ist meine Art, mich auszudrücken. Was ich unseren Lesern mitgeben möchte, ist, sensibel für den Nächsten zu sein. Ich möchte sie mit unseren Geschichten fesseln und für ein Weilchen von ihren Alltagssorgen ablenken.
Peter Hoeft: Meine Leser auf gute Art unterhalten.
HR: Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Buch beginnen und dafür recherchieren?
Iris Klockmann: Wir machen Arbeitsteilung. Einer recherchiert an vorher festgelegten Ereignissen und Epochen. Der andere Part beginnt, einen Plot zu erarbeiten.
Peter Hoeft: Die Recherche betreiben wir per Internet, manchmal auch mittels Bücher. Wir stöbern in Archiven und Museen und suchen Rat bei Experten.
HR: Was tun Sie bei einer Schreibblockade? Oder kennen Sie dieses Problem gar nicht?
Iris Klockmann: Schreibblockaden in dem Sinne kenne ich nicht. Mir hilft Disziplin. Selbst wenn mir nichts einfällt, gibt es genügend andere Möglichkeiten, am Roman weiterzuarbeiten, wie z. B. Plotarbeit, Rechtschreibkorrekturen, etc.
Peter Hoeft: Ich kenne das Problem leider nur zu gut. Manchmal hilft ein Spaziergang, wo mir plötzlich eine neue Idee kommt. Bei länger andauernden Schreibblockaden lasse ich meine Co-Autorin allein weitermachen und steige irgendwann wieder ein. Während sie allein weiter schreibt, recherchiere ich manchmal.
HR: Worüber können Sie sich so richtig freuen?
Iris Klockmann: Ich freue mich über Sonnenschein und anregende Stunden mit Freunden und Kollegen. Und natürlich, wenn die Leser von unserer Arbeit begeistert sind.
Peter Hoeft: gute Gespräche mit Freunden. Ein gelungenes Kapitel. Und positive Reaktionen unserer Leser.
HR: Welcher Autor hat Sie maßgeblich beeinflusst?
Iris Klockmann: auf jeden Fall Noah Gordon. Sein „Medicus“ ist für mich einer der schönsten Romane überhaupt.
Peter Hoeft: Da könnte ich jetzt keinen Autor nennen. Ich denke, es sind viele Einflüsse zusammengekommen, da ich schon immer sehr viel gelesen habe, querbeet durch alle Genres, vom Science Fiction-Roman, über den Thriller und Krimi bis zum historischen Roman.
HR: Sind historische Romane geeignet Bildung zu vermitteln? Haben Autoren hier eine besondere Verantwortung?
Iris Klockmann: Sie sind auf jeden Fall geeignet, das Interesse der Leser an vergangenen Epochen zu wecken. Viele Menschen, die ich kenne, haben sich nach der Lektüre plötzlich auf Sachbücher gestürzt, um sich mehr Informationen über bestimmte Zeiten oder Ereignisse zu beschaffen. Wenn wir Autoren eine Verantwortung haben, dann ist sie für mich eher die, Leute wieder zum Lesen zu bringen, ihnen zu zeigen, wie spannend Bücher sein können – spannender als jedes Computerspiel.
Peter Hoeft: Wenn Romane geeignet sind, Bildung zu vermitteln, dann sind es die historischen, denke ich. Allerdings müssen Autoren, die in diesem Genre schreiben, ihre Verantwortung besonders ernst nehmen, was die Fakten betrifft und deshalb so genau wie möglich recherchieren. Was nicht bedeutet, dass sich nicht mal ein Fehler einschleichen kann. Nobody is perfekt.
HR: Welche historische Person würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Iris Klockmann: Niemanden konkret, ich lebe gern in der Gegenwart. Aber mich faszinieren Menschen, die sich für Frieden und Völkerverständigung eingesetzt haben. Am ehesten würde ich gern Mahatma Gandhi und Jesus treffen.
Peter Hoeft: Jesus Christus. Oder wenigstens einen seiner Jünger. Schade, dass Zeitreisen nicht möglich sind. Galiläa, der Schauplatz unseres Buches, wäre mein erstes Ziel.
HR: Haben Sie schon ein neues Projekt? Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen?
Iris Klockmann: Unser nächster Roman wird im ausgehenden 14. Jahrhundert in Lübeck und Polen spielen. Mehr möchte ich noch nicht verraten.