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Der historische-romane.de Fragebogen
Sabine Wassermann im Dezember 2007
HR: Welches Buch lesen Sie gerade?
Sabine Wassermann: „Die Glasmalerin“ von Eric Walz.
HR: Was ist Ihre liebste Romanfigur und was verkörpert sie für Sie?
Sabine Wassermann: Auch wenn er streng genommen keine Romanfigur ist: Achilleus. Ein schillernder, zerrissener, heldenhafter, guter, böser, tragischer Charakter, wie mir kaum ein zweiter begegnet ist. Und für mich persönlich ist er so etwas wie der ewige Wegbegleiter durch die Welt der Geschichten.
HR: Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus? Womit verbringen Sie gerne Ihre Zeit?
Sabine Wassermann: Schreiben und lesen. Ein perfekter Tag wäre es, wenn das an einem Südseestrand geschehen würde, sonnig, kein Trubel und nur ein paar Meter vom Haus bis zum Meer.
HR: Was ist Ihr nächstes Reiseziel?
Sabine Wassermann: Die Südsee ist’s leider nicht.
HR: Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?
Sabine Wassermann: Zerstreut. Faul. Fleißig.
HR: Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Sabine Wassermann: Ich würde das Klima komplett umkrempeln, sodass ich den Südseestrand hier hätte. An wirklich wichtige Dinge würde ich mich natürlich nicht rantrauen!
HR: Ihr schlimmster Albtraum?
Sabine Wassermann: Der Verlust geliebter Menschen, Krebs ... ach, das Übliche halt.
HR: Was macht den Reiz beim Schreiben aus? Was möchten Sie Ihren Lesern mitgeben?
Sabine Wassermann: Der Reiz ist das Abtauchen in eine andere Welt. Das Kennenlernen und Beobachten der erschaffenen Figuren. Es in der Hand zu haben, sie im Lieben und Leiden an den Rand der Erschöpfung zu treiben. Und irgendwann später zu erfahren, dass es Leser gibt, die mitgelitten haben. Die ebenfalls in meine Welt eingetaucht sind, wenn auch für viel kürzere Zeit.
HR: Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Buch beginnen und dafür recherchieren?
Sabine Wassermann: Ich lese andere Romane, die in die Zeit passen, um richtig in Stimmung zu kommen. Dann Fachliteratur. Irgendwann ist der Wissensgrundstock da, um die Geschichte gut durchplotten und beginnen zu können. Parallel wird weiterrecherchiert, und je nachdem, über welche tollen Sachen man da stolpert, können sie dem Plot oder den Charakteren eine andere Richtung geben.
HR: Was tun Sie bei einer Schreibblockade? Oder kennen Sie dieses Problem gar nicht?
Sabine Wassermann: Ich kann sehr gut lange um einen Text herumschleichen, den ich aus was für Gründen auch immer gerade nicht bearbeiten will. Aber schreiben zu wollen und es nicht zu können, das ist mir zum Glück fremd.
HR: Worüber können Sie sich so richtig freuen?
Sabine Wassermann: Jetzt nur aufs Schreiben bezogen: Über eine gute Idee. Über Perlen, die man beim Recherchieren findet. Die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Ich freue mich, wenn das Drum und Dran gut abläuft, bis das Buch bei den Lesern ist. Und natürlich über positive Resonanz.
HR: Welcher Autor hat Sie maßgeblich beeinflusst?
Sabine Wassermann: Da ich querbeet lese und mir liebe Autoren nicht zwangsläufig aus meinem Genre stammen, wie etwa Andreas Eschbach, sind die Einflüsse natürlich vielfältig, aber so gut verteilt, dass ich keinen herauszuheben wüsste. Außer Dagmar Trodler. Ihre Alienor-Trilogie hat mich dazu gebracht, für „Das Gläserne Tor“ die Liebesgeschichte in den Vordergrund zu stellen.
HR: Sind historische Romane geeignet Bildung zu vermitteln? Haben Autoren hier eine besondere Verantwortung?
Sabine Wassermann: Sie sind geeignet, natürlich. Nur sollte man sich nicht darauf verlassen, dass alles, was man liest, auch stimmt. Es gibt Autoren, da weiß man, da ist das der Fall. Stolpert man aber über die berühmte Kartoffel im Mittelalter, sollte einem klar sein, dass auch der Rest mit Vorsicht genossen werden muss. Ich recherchiere zwar so exakt wie möglich und kann mich auch darin verbeißen, elend viel Zeit zu opfern, um ein winziges und unwichtiges Detail herauszufinden. Aber gegen Fehler ist niemand gefeit. Ich möchte die Zeit exakt darstellen, weil sie der Hintergrund für Figuren bildet, die sich im Kontext der Zeit bewegen, verhalten und entsprechend denken. Verantwortung im Sinne eines Bildungsauftrages sehe ich als Romanautorin eher nicht.
HR: Welche historische Person würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Sabine Wassermann: Jesus Christus. Das passiert ja hoffentlich mal – nach dem Tod.
HR: Haben Sie schon ein neues Projekt? Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen?
Sabine Wassermann: Mein nächster historischer Roman erzählt davon, wie sich zwei Menschen entwickeln, wenn um sie herum alles im Chaos der Pest versinkt. Vorher kommt aber die Fortsetzung vom „Gläsernen Tor“. Der erste Band erzählt, wie eine Frau aus dem Berlin der Kaiserzeit in eine bronzezeitliche Welt gerät und dort mit einem Krieger durch Liebe und Leid gehen muss (trotz Fantasygenre ist diese Geschichte übrigens stark historisch angehaucht). Im zweiten Band müssen sie das auch, dann aber in Berlin – und da werden die Anpassungsschwierigkeiten für den Krieger ungleich größer sein ... Der arme Kerl. Tut mir jetzt schon leid.
Zu diesem Autor
Romane von Sabine Wassermann
Sabine Wassermann
Das Zeichen des Ketzers
Sabine Wassermann
Die Teufelsmalerin
Sabine Wassermann
Herrin zweier Länder
Mani Beckmann
,
Titus Müller
,
Kathrin Lange
,
Rebecca Gablé
,
Tessa Korber
,
Eric Walz
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Walter Laufenberg
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Belinda Rodik
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Malachy Hyde
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Sabine Wassermann
,
Guido Dieckmann
Der zwölfte Tag